Genua ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz sowie der Region Ligurien. Genua liegt im nordwestlichen Italien an der Küste des Ligurischen Meeres. Die Einwohnerzahl beträgt 611.171 Einwohner im Stadtgebiet und ca. 878.000 in der Agglomeration. Der Name der Stadt ist, ebenso wie Genf, vom lateinischen genu (das Knie) abgeleitet. Die Prachtstraßen Le Strade Nuove mit den Renaissance- und Barockbauten der Palazzi dei Rolli im Zentrum der Altstadt wurden im Jahre 2006 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Geographische Lage
In der Bucht von Genua steigt das Gebirge des Apennin landeinwärts steil an und legt damit die gesamte Charakteristik der Stadt fest. Genua ist aufgrund ihrer Lage eine fast ausschließlich dem Meer zugewandte Stadt. Deutlich wird dies beispielsweise bei einer Zugfahrt von Mailand aus: nach minutenlangen, stockdunklen Tunneln erscheinen unvermittelt das Mittelmeer und die Stadt.
In Genua wird die Trennung zwischen dem extrem dicht besiedelten, oft planlos verbauten Küstenstreifen und dem dörflich geprägten, von zunehmender Abwanderung betroffenen, strukturarmen Hinterland, welche ganz Ligurien prägt, besonders deutlich. Noch heute können aufgrund dieser Gegensätze die Berührungspunkte der Genuesen mit weit entfernten Hafenstädten im gesamten Mittelmeerraum größer sein, als mit einem geographisch zwar nur wenige Kilometer entfernten, nach Tradition und Mentalität aber Welten entfernten Bergdörfchen im Apennin.
Geographisch gesehen bildet Genua genau die Mitte der italienischen Region Ligurien. Die sich der Mittelmeerküste ca. 35 km entlangziehende Stadt geht in südöstlicher Richtung in die sogen. Riviera di Levante (bis La Spezia), in südwestlicher Richtung in die sogen. Riviera di Ponente (bis Ventimiglia) über.
In Genua ist es üblich regionale Ortsangaben hauptsächlich mit den Richtungen Levante (also südöstlich von Genua) beziehungsweise mit Ponente (westlich von Genua) anzugegeben.
Genua bekam in der italienischen Sprache oft den Zusatz la superba oder la dominante.
Klima
Das Klima Genuas ist ein maritim gemäßigtes, mit Übergängen zum mediterranen Klima, und wird oft von den Atlantikwinden der Westwindzone beeinflusst. Ausläufer des Mistralwindes begünstigen in der Region Genuas die Bildung von Tiefdruckwirbeln.
Die Tagestemperaturunterschiede sind das Jahr über relativ gering und konstant bei circa 6 °C. Die Durchschnittstemperatur liegt im Schnitt bei +15,6 °C, mit Tiefsttemperaturen im Januar bei +8,0 °C und Höchsttemperaturen im Juli bei +23,9 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist das Jahr über relativ hoch, insbesondere im Sommer und den gemäßigten Jahreszeiten. Der Jahresniederschlag liegt bei 1072 mm, mit Niederschlägen im ganzen Jahr, welche jedoch zwischen September und November ihren Höchststand und im Juli ihren niedrigsten Stand erreichen. Der (stets präsente) Wind bläst zumeist aus nördlicher Richtung im Winter und aus dem Süden im Frühling und in der ersten Herbsthälfte.
Aufgrund der Besonderheiten des städtischen Territoriums hat jedoch jeder einzelne Stadtteil, innerhalb dieses makroskopischen Klimabildes, sein eigenes Mikroklima, welches sich von dem der anderen Stadtteile in Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Sonnenexposition unterscheidet. |